Meine Antwort auf die Reaktion aus dem Ministerium zu meinem ersten Mail:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bedanke mich recht herzlich für Ihre Antwort. Dies ist in diesen schwierigen Zeiten leider nicht immer selbstverständlich.

Weiters möchte ich hierzu festhalten, dass mir der Sachverhalt bezüglich der erlaubten „Flugarten“ durchaus bewusst war und mein erstes Mail an Sie auf den Großteil der VFR Privatpiloten in Österreich abzielte. Dass es sich hierbei schon aufgrund der Eigenart der Pilotenlizenz PPL nicht um gewerbliche Flüge handeln kann und darf, möchte ich ebenfalls klarstellen.

Wie Sie meinen Zeilen bereits entnehmen konnten, ist das ganze Jahr über und besonders in der aktuellen Jahreszeit, welche meteorologisch eher schwierig für VFR Piloten ist, die Inübunghaltung der fliegerischen und sprachlichen Kompetenz sehr wichtig. Darüber hinaus gibt es von Herstellern der Flugzeuge und darin verbauten Motoren Vorschriften über die maximale Standzeit dieser Komponenten. Dies bedeutet wiederum, dass Flugzeughalter ohnehin zum Flugplatz fahren müssen, um gegebenenfalls Motorstandläufe durchzuführen. Warum jedoch ein normaler Flug verunmöglicht wird, ist mir immer noch schleierhaft.

Bezüglich Flugsicherheit habe ich bereits den ersten Lockdown im Frühjahr als höchst nachteilig betrachtet. In einer meteorologisch noch schwierigeren Jahreszeit jetzt abermals normale Privatflüge zu verbieten, halte ich ebenfalls für falsch. Durch Inversionswetterlagen, Schlechtwetterfronten und Bodennebel kann es mitunter wochenlang kein für VFR Flüge geeignetes Wetter geben.


Auch möchte ich nochmals festhalten, dass ein Pilot, welcher alleine oder mit Haushaltsangehörigen von A nach B fliegt sicher kein höheres  Infektionsrisiko darstellt, als ein Ausflug mit dem PKW in die Berge oder sogar eine Fahrt mit 20 anderen haushaltsfremden Fahrgästen in einem  öffentlichen Bus.

Daraus lässt sich ableiten, dass diese Maßnahmen das Infektionsgeschehen sicher nicht beeinflussen, jedoch dem Übungsstand der Piloten und dem Zustand der Flugzeugflotte nicht zuträglich sind. Somit bleiben diese Maßnahmen für mich und den Großteil der betroffenen Privatpiloten unverständlich und ich fordere die zuständigen Herren dazu auf, dies bei den Diskussionen über den weiteren Lockdown bzw. Lockerungsverlauf zu berücksichtigen.

Diese Maßnahmen können das Infektionsgeschehen gar nicht beeinflussen, da Piloten bei einem Privatflug um ein vielfaches weniger bis gar keine sozialen Kontakte haben, als Mitbürger beim Einkaufen oder bei einer Busfahrt. Ein Privatflug stellt sich im Ablauf nicht anders dar, als eine Fahrt mit dem Privat-PKW zu einem Ausflugsziel in der Natur. Wird dieser dann noch alleine bzw. mit Haushaltsangehörigen durchgeführt, besteht hier faktisch gar kein Infektionsrisiko.

Wenn Maßnahmen erfolgreich sein sollen, müssen diese bei den betroffenen Bürgern auf Verständnis stoßen und nicht ungläubiges Kopfschütteln verursachen.  Mit solchen unlogischen Maßnahmen, erreichen Sie jedoch letzteres. 

Mit freundlichen Grüßen
Ing. Daniel Sinn
Privatpilot

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